Manipulation/Mobilisation unter Anästhesie (MUA)
Das Chiro Zentrum bietet als eines von zwei Zentren der Schweiz Mobilisation / Manipulation der Wirbelsäule unter Anästhesie durch. Dr. R. Lüchinger ist von der internationalen Akademie für MUA zertifiziert.
MUA hat sich als sehr sanfte Therapie bei verschiedenen chronischen, therapieresistenten funktionellen Störungen des Bewegungsapparates in den USA seit rund 70 Jahren bewährt. Die Sicherheit und der Erfolg dieser Therapie sind gut dokumentiert.
Grundsätzlich erlaubt eine manuelle Behandlung unter Narkose die sanfte und schmerzfreie Wiederherstellung der Gelenksbeweglichkeit von Wirbelsäulen- und peripheren Gelenken mit einer Reduktion von traumatisch oder degenerativ, also unfall- oder abnützungsbedingten fibrösen Adhäsionen und Narbengewebe (Verklebungen). Im Nachhinein erfolgen dann die Aufrechterhaltung dieser Gelenksbeweglichkeit mit konventionell manualtherapeutischen Mitteln (eigenständige Dehnungen und Bewegungen, Physiotherapie, Chiropraktik) und das Auftrainieren der schmerzbedingt abgeschwächten Muskulatur.
Eine sehr kritische Auswahl der geeigneten Patienten für diese Behandlung erfolgt nach interdisziplinärer Auswertung bei uns im Haus. Diese umfasst die üblichen Abklärungen, orthopädisch, neurologisch, manualtherapeutisch, bildgebend und auch psychologisch/psychiatrisch. Bei passender Indikation genügt oft eine einzige Behandlung mit Nachbetreuung.
Indikationen umfassen z.B. chronische Schmerzzustände bei Schleudertrauma und Unfällen des Bewegungsapparates oder abnützungsbedingte Schmerzen der Wirbelsäule. Auch Bewegungseinschränkungen der Schulter (bis hin zur sogenannten «frozen shoulder») können erfolgreich behandelt werden.
Zusätzlich kann auch bei Patienten die auf Grund ihrer Schmerzen bei einer normalen chiropraktischen Behandlung der Wirbelsäule nicht entspannen können mit MUA sehr gute und schnelle Resultate erzielt werden.
Hervorragende weiterführende Informationen bezüglich MUA in der Schweiz bietet: www.muainfo.ch
Fachinformationen
Die folgenden Informationen sind für medizinische Fachpersonen gedacht.
Grundsätzlich ist MUA eine belegte sichere Behandlungsalternative oder -ergänzung bei Funktionsstörungen des Bewegungsapparates. Sie wird dann angewandt, wenn die üblichen konventionellen Behandlungsmethoden Physiotherapie, MTT, Manualtherapie nur kurzfristige, ungenügende oder gar keine Erfolge gebracht haben. Die Patientenauswahl erfolgt immer interdisziplinär, mit den jeweiligen Zusatzuntersuchungen je nach Notwendigkeit.
Im Vorfeld einer MUA wird meist für 4 – 6 Wochen konventionell mit dem Patienten gearbeitet. Dies erlaubt eine schrittweise Analyse des Bewegungsapparates, der im Wachzustand gegebenen Bewegungsumfänge, einen Aufbau der therapeutisch wichtigen Vertrauensbasis und eine Evaluation des Patientenumfelds. Dies alles erhöht die Chance auf einen guten bis sehr guten Erfolg der Behandlung.
Die Nachbetreuung umfasst eine, während der posttherapeutischen Rekonvaleszenz kontinuierlich weitergeführte Manualtherapie mit Mobilisationen/Manipulationen und Weichteiltechniken, sowie eine physiotherapeutisch angeleitete Kräftigungstherapie der behandelten Wirbelsäulenregionen. Zusätzlich wird der Patient geschult, die neu gewonnenen Bewegungsumfänge zu realisieren und dann zu nutzen. Hierzu haben wir in Zofingen einen hervorragenden Physiotherapeuten, der mit uns bei diesen Fällen immer zusammenarbeitet und dementsprechend sehr gute Erfahrungen mit der speziellen Betreuung hat.
Als Kontraindikationen gelten alle üblichen Kontraindikationen für Manualtherapie/Manipulation:
Fortgeschrittene Osteoporose, Osteomalazie, M. Lobstein, Frakturen, Neoplastische oder entzündliche Prozesse, Vertebrobasiläre Insuffizienz bei Gefässsklerotikern und Hypertoniker, Kompressionssyndrome Rückenmark und der Cauda equina, Myelomalazie, Allgemein schlechter Gesundheitszustand (Kachexie, schwere Herzinsuffizienz, maligne Hypertension, ...), Dysplasien im atlantookzipital Berich, Schwangerschaft, ...
Spondylodesen der HWS (auch titan cages) sind keine Kontraindikationen, bedingen aber den Verzicht auf Manipulationen und andere Mobilisationstechniken in der Region der Spondylodese. Bei Spondylodesen, die frischer als ein Jahr alt sind, werden aber keine MUAs durchgeführt. Thorakale und Llumbale Spondylodesen schränken die Behandlungsmöglichkeiten unter MUA sehr ein und verunmöglichen in den meisten Fällen eine MUA.
Eine psychologische Evaluation wird bei Verdacht auf psychische Kontraindikationen (Schizophrenie, Schizoaffektive Störungen, bipolare Störung, Zwangsstörungen, demenzielle Syndrome, ...) vor den MUA Eingriffen durchgeführt. Reaktive Depressionen auf die chron. Schmerzsymptomatik sind keine Kontraindikationen. Hier wird die/der Patient/in aber parallel von unserer Psychologin betreut.
Die Behandlung an sich umfasst verschiedene Traktionen, Mobilisationen über den aktiven Bewegungsumfang hinaus, Manipulationen von hypomobilen Gelenken und gezielte Muskeldehnungen. Es wird postuliert, dass sich die Sarkomer Ruhelänge der gedehnten Muskulatur auf die, unter Narkose neugegebene Einstellung verändert. Dies zeigt sich im postinterventionellen Verlauf immer wieder sehr eindrücklich mit hervorragenden Bewegungsumfängen z.B. im Hüftbereich aber auch in der HWS. Zusätzlich werden die, bei chronischen Schmerzbildern nach Makro- oder Mikrotraumen oft eindrücklichen Adhäsionen aufgebrochen mit gut hörbaren Crepitationen während den Dehnungen. Im Verlauf führt dies zu leichten Reizzuständen, die aber mit NSAR sehr gut unter Kontrolle gehalten und üblicherweise innert maximal einer bis zwei Wochen post MUA verschwinden. Der Grossteil der Patienten (95% aus unseren eigenen Zahlen) hat nach den Behandlungen keine oder kaum Beschwerden.
Eine ausführliche Erläuterung der Wirkungsweise finden Sie unter: www.muainfo.ch. Dort werden auch die bestehenden Referenzen aufgeführt.
